Ratgeber: Erhöhte Gefahr beim Fahren im Herbst

Wenn Sie im Herbst mit dem PKW oder Motorrad unterwegs sind, erfordert das besondere Aufmerksamkeit. Bei jeder Witterung lauern zahlreiche Gefahren, die häufig unterschätzt werden und das Unfallrisiko überproportional ansteigen lassen.

Erhöhte Unfallgefahr bei Regen

Die Unfallwahrscheinlichkeit steigt bei Regen auf das zwei- bis vierfache an. Schaumspuren auf der Fahrbahn erfordern besondere Aufmerksamkeit. Diese weisen auf einen Schmierfilm hin, der bei Regen nach langer Trockenheit entsteht. Achten Sie unbedingt auch auf Laub auf der Straße. In Verbindung mit Feuchtigkeit kann es so rutschig wie auf einer Eislaufbahn werden. Auch auf Spurrillen gilt es zu achten, diese sind schnell 1cm tief und mit Wasser bedeckt und auf den ersten Blick nicht sofort erkennbar. Bei einer Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern müssen 25 Liter pro Sekunde über die Reifen abgeleitet werden. In wenigen Sekunden kommt so bereits der Inhalt einer vollen Badewanne zusammen.

Plötzlich geht es ganz schnell: Der Bodenkontakt reißt, das Fahrzeug schwimmt, die Lenkung reagiert nicht, das Fahrzeug gerät außer Kontrolle. Wenn Sie in solch eine Situation geraten ist es wichtig nicht in Panik zu geraten und folgende Regeln zu beachten:

  • Vom Gas gehen
  • Vorsichtige Lenkbewegungen, keine hektischen Manöver
  • Möglichst nicht Bremsen und Gas geben
  • Kupplung nicht durchtreten (bei manchen Modellen deaktiviert sich hier das ESP)

Um gar nicht in solch eine Situation zu geraten, ist es empfehlenswert das Tempo bei Regen zu verringern. Zudem wird empfohlen den Sicherheitsabstand bei schlechtem Wetter zu verdoppeln. Bereits im Vorfeld ist vor allem auf die Profiltiefe der Reife zu achten. Bei drei Millimetern Profiltiefe verlieren Sie die Bodenhaftung bei 68 Stundenkilometern. Lesen Sie hier ganz ausführlich alles Rund um das Thema Aquaplaning.

Gesetzlich müssen die Reifen erst bei 1,6 Millimetern Profiltiefe gewechselt werden – bei solch einer Profiltiefe verlieren Sie jedoch bereits ab 54 Stundenkilometern die Bodenhaftung. Der ADAC empfiehlt deshalb die Sommerreifen bereits bei drei Millimetern und die Winterreifen bereits bei vier Millimetern Restprofiltiefe zu wechseln.

Vermeiden Sie schlechte Sicht durch verschmierte und schmutzige Scheiben und überprüfen Sie regelmäßig Ihr Spritzwasser und Ihre Scheibenwischer. Falls diese anfangen zu schmieren und Schlieren zu ziehen, wechseln Sie diese einfach aus. Scheibenwischblätter können Sie zum Beispiel in Baumärkten kaufen. Sparen Sie hierbei jedoch nicht an der Qualität.

Gefaht durch Regen und Frost

© magann – Fotolia.com / Besondere Vorsicht bei Regen und Frost

Frost & Nebeltage

Eine ebenfalls unterschätzte Gefahr ist die nasse Erde, die vor allem jetzt zur Erntezeit oft auf ländlichen Fahrbahnen vorzufinden ist. Feuchte Erde kann genauso wirken wie eine schneebedeckte Fahrbahn. Bei beiden haben Sie als Fahrer nur noch ein Fünftel der Bodenhaftung.

Je nach Region setzt im Oktober bereits erster Frost ein, wobei vor allem auf Brücken, Waldschneisen und Straßeneinschnitten mit erhöhter Glättegefahr zu rechnen ist. Bei Nebel und einer Sicht von unter 50 Metern gilt es, eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern einzuhalten. Aufgrund der kurzen Tage wird empfohlen generell mit Licht zu fahren. Im Zweifelsfall entscheiden Sie sich lieber dafür das Licht einzuschalten. Doch achten Sie darauf, dass die Nebelscheinwerfer erst bei einer Sichtweite unter 50 Meter eingeschaltet werden dürfen – andererseits können Strafen durch die Ordnungshüter erfolgen.

erhöhte Vorsicht durch Nebel auf Landstraße in Bayern

© magann – Fotolia.com / besondere Vorsicht bei Nebel

Tiefstehende Sonne

Bei tiefstehender Sonne steigt die Unfallgefahr exponentiell an. Sie sind geblendet, ihre Sicht wird eingeschränkt wodurch das Reaktionsvermögen stark behindert wird. Ein großes Problem ist eine solche Blendung an Ampeln – Rot oder Grün? Durch eine tief stehende Sonne oder sonstige Blendungen ist dies nicht immer zweifelsfrei zu erkennen. Dadurch kommt es an Kreuzungen immer wieder zu Unfällen.

Doch Vorsicht! Bei Gerichten und Versicherungen gilt die Ausrede, man sei von der Sonne geblendet worden, nicht. Man geht hier sogar von einer erheblichen Mitschuld des Fahrers aus, da dieser in einer solchen Verkehrssituation vorsichtiger agieren muss. Das Oberlandesgericht Köln hat einem Angeklagten nach einem Rechtsstreit grob fahrlässiges Fahrverhalten vorgeworfen, nachdem er unberechtigt über ein Andreaskreuz fuhr (OLG Köln NZV 97, 477).

Der einfachste und wirksamste Schutz gegen Blendung ist die Sonnenbrille. Klappen Sie zusätzlich die Sonnenblende runter, halten Sie genügend Abstand zum Vordermann und legen Sie bei extremer Blendung eine Fahrtpause ein. Bei Blick in die Sonne sollten Sie das Auge wenige Minuten von der Blendung erholen lassen. Besonders aufpassen müssen hier Motorradfahrer, denn ihnen kann ein verkratztes Visier zusätzlich die Sicht erschweren.

Das Fahren im Herbst erfordert besondere Vorsicht, wenn Sie jedoch diese Tipps berücksichtigen werden auch Sie sicher und unfallfrei durch diese Jahreszeit kommen.

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Sixt auf Snapchat: Sicherheit bei herbstlichen Temperaturen

Unser Social Media Team hat auf Snapchat die wichtigsten Gefahren im Herbst festgehalten:

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