Mit dem Auto in die Ferien: Heute – Strafzettel und Punkte im Ausland

Von geschnitzten Holztieren über Perlenketten, Handtücher, Schuhe, Bilder, Steine und Kokosnussringe bis hin zu Badehosen, Gewürzen und kulinarischen Delikatessen: Kaum ein Urlaub geht zu Ende, ohne das Einpacken von mehr oder weniger sinnvollen Souvenirs und lokaltypischen Mitbringseln. Und manch einer, der mit dem Auto in die Ferien aufbricht, kriegt nach seiner Rückkehr sogar noch Post aus der bereisten Region.

Ein eigentümlicher Strafbescheid

Ein eigentümlicher Strafbescheid

Was sich im ersten Moment nach einer netten Erinnerung an die schönste Zeit des Jahres anhört, ist meistens mit einer eher unangenehmen Überraschung verbunden. Den einen erwischt es, weil er das Tempolimit überschritten hat, den nächsten, weil er den Wagen nur mal eben in einer Parkverbotszone abgestellt hat, um der Familie noch schnell ein Eis zu besorgen. Welche Konsequenzen bei Strafzetteln drohen, hängt dann davon ab, in welchem Land der Fehltritt begangen wurde.

Am schlimmsten trifft es die Österreich-Urlauber. Die Alpenrepublik hat mit Deutschland ein Vollstreckungsabkommen getroffen, in dem gegenseitige Amtshilfe beim Eintreiben von Bußgeldern vereinbart wurde. Bis Oktober 2010 ist dies in anderen Nachbarstaaten kaum der Fall. Ab dann soll ein entsprechender EU-Rahmenbeschluss die „gegenseitige Vollstreckung von Geldsanktionen“ auch hier vorschreiben. Wer dort jedoch zu leichtfertig mit den Strafen umgeht, muss teilweise mit Problemen bei der Wiedereinreise oder Verkehrskontrollen rechnen, bei denen die Fehlbeträge direkt eingetrieben werden können. Besondere Vorsicht ist in der Schweiz geboten, wo das Verweigern der oft horenden Bußgeld-Zahlungen sogar mit einem Gefängnisaufenthalt geahndet werden kann.

Die meisten Länder haben heute auch schon eigene Punktekontos, bei denen ein Guthaben zwischen 12 und 20 Punkten zur Verfügung steht. Je nach Vergehen werden -im Gegensatz zu Flensburg- Punkte abgezogen. Hat man den Kredit aufgebraucht, kann das vom Fahrsicherheitstraining bis zum Fahrverbot im jeweiligen Land führen. Die im Ausland gesammelten Punkte werden jedoch nicht in die Sündenkartei der deutschen Behörden übertragen, können also kein komplettes Fahrverbot hervorrufen. In Italien haben Autofahrer die Grenze beispielsweise mit 20 Minuspunkten erreicht. Das kann ein Fahrverbot von sechs Monaten bis zwei Jahren bedeuten. Italienfans sollten sich also besonders in Acht nehmen: Fahren ohne Gurt bedeutet im Ernstfall bereits einen Abzug von fünf Punkten.

Es empfiehlt sich schlicht gut informiert zu sein und sich auch im Urlaub an die Regeln zu halten.

In diesem Sinne: Gute Fahrt und schöne Ferien!

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