Long Way Home: ein Reisebericht aus dem Westen der USA

Uwe Langhammer lebt seit 10 Jahren mit Familie in Houston/Texas und besucht Deutschland noch regelmäßig um Familie und Freunde zu sehen und Germany und Europa auf Reisen neu zu entdecken. Bei Reisen in Deutschland sind sie durch Sixt Mietwagen flexibel.

Diesmal zog es uns in den Westen der USA. Nach einer erlebnisreichen Rundreise in Arizona, Nevada und Californien neigt sich der Urlaub dem Ende – ein Reisebericht.

lake-mead

Einige der wohl schönsten Gegenden der USA liegen um die sog. „four corners“. In den vier Bundesstaaten Utah, Colorado, Arizona und New Mexico gibt es landschaftlich so viel zu sehen, dass so manche Speicherkarte schnell überfüllt ist.
Und auch westlich davon, in Nevada und Californien, hält die Natur besondere Augenweiden parat. Nachdem wir die Nationalparks in Utah und New Mexico schon vor 4 Jahren besucht hatten, wollten wir uns dieses Mal etwas westlicher umschauen. Hier ein paar Eckpunkte der Reise.

houseboat

Houseboating

Es ist schwer zu beschreiben, aber die Seen in dieser Gegend mit einem Hausboot zu erkunden ist einzigartig schön. Wir waren eine Gruppe von 10 Leuten und hatten eine Woche ein Boot auf dem Lake Mead gebucht.

Blut geleckt hatten wir vor 4 Jahren auf dem Lake Powell. Auf weiter „See“ allein in der kargen Felslandschaft eines ehemaligen Canyons umherzuschippern ist irgendwie surreal und verbindet einen auf wundervolle Weise mit der Natur. Wenn man dann abends vor einer Felswand am Strand das Boot festmacht um dann etwas später auf dem Oberdeck den ‚Sundowner‚ zu geniessen, scheint die Welt in Ordnung zu sein.

Und ich könnte schwören, dass sich nirgendwo anders so viele Sterne am Himmelszelt ausbreiten wie hier. Einen Bootsschein braucht man übrigens nicht um die Weite des Sees zu erkunden. Fazit: Einzigartig schön und Natur pur.

Skywalk

Skywalk

Wir haben uns vorgenommen den Skywalk zu besuchen. Diese Attraktion gibt es seit einem Jahr und hatte schon 7 Millionen Besucher. Das muss sich ja lohnen, durch deutsches Glas 1000 Meter in den Grand Canyon zu schauen. Wir fahren vom Lake Mead 2 Stunden zum Teil über unbefestigte Strassen zu dem famosen Bauwerk.

Diese Sehenswürdigkeit und das Land, auf dem es errichtet wurde, gehört dem Stamm der Hualapai. Reservationen unterliegen einer Selbstverwaltung, die sich an die Gesetze der USA halten muss, aber eigene Rechte besitzt. So erhebt der Stamm u.a. eine Stammessteuer von 7% auf alle Umsätze.

Wir rechnen mir einem Eintrittspreis von 29.95 USD, müssen aber in den sauren Apfel beissen und zusaetzlich pro Person nochmal 29.95 USD fuer den Bus bezahlen, der uns die 3 Meilen vom Visitor Center zum Skywalk fährt. Nebenbei sei noch gesagt Kinderermässigung gibt es nicht. Wir schlucken die bittere Pille, fahren hin und besichtigen den berühmten „Walk“ über dem Grand Canyon.

Auf dem Skywalk stehen drei Fotografen, die entweder Bilder von uns machen wollen oder uns auffordern weiterzugehen, da sie von anderen Bilder machen wollen. Eigene Bilder und Kameras sind aus fadenscheinigen Sicherheitsgründen verboten. Costa quanta pro Bild 28 UDS. Fazit: Gänsehautgarantie auch ohne Höhenangst, aber durch den Hammerkommerz einmal und nicht wieder.

Der Grand Canyon ist atemberaubend schön und braucht eigentlich keinen Kommerz-Walk. Clever angestellt, denn ohne den ‚Walk‘ würden sich eher wenige Touristen zum Grand Canyon-West verirren, da es am South und North-Rim genug tolle Plätze gibt.

National Parks / Death Valley

Es gibt in den USA 58 Nationalparks. Der wohl heisseste war unser nächstes Reiseziel – das Death Valley in Californien. Wir glauben unseren Augen nicht als wir die Nadel des Thermometers über dem Büro des Stovepipe Hotels über der 50 sehen. Ja offiziell Hitzerekord an diesem Tag 49 Grad Celsius. Barfuss zum Pool oder irgendetwas in der Sonne anfassen (z.B. Autotür) gleicht einer ‚Mission Impossible‘.

Es gibt Sanddünen und Steinmassive und natürlich ist alles sehr weitläufig. Der schönste Aussichtspunkt allerdings ist Zabriskie Point. Dummerweise errreichen wir diesen „Scenic View“ in der grössten Mittagshitze und nicht in der Abenddämmerung, wo die Farbspiele noch intensiver sein müssen. Egal, an die Klasse der beeindruckenden Schwarz-Weiss- Fotografien von Anselm Adams kommt man eh nicht heran, also macht es auch ein Schnellschuss aus der Hüfte mit der kleine Digitalkamera.

Fazit: Auf dem Weg von Nevada nach Californien immer einen Besuch wert. Wer kann schon in einem Hotel übernachten, das unterhalb des Meeresspiegels liegt, und das bei nächtlichen Tiefsttemperaturen von 35 Grad. Ach ja, einen Pool gibt es in Stovepipe Hotel auch. Dieser wird via AC gekühlt, da sonst unbrauchbar.

Yosemiti

Yosemite

Der Weg führte weiter in den Yosemite Nationalpark. Man kann die Wildnis in den Bergen quasi fühlen. Wir fahren über den Sioga Pass in den Park und wandern zu einigen von den Sequoia Giant Trees. Die sog. ‚Meadows‘, in denen diese Riesenbäume zu sehen sind, sind nur zu Fuss zu erreichen. Nach 30 Minuten glaubt man seinen Augen nicht zu trauen. Dass der gemeine Baum so gross und so alt werden kann ist einfach unvorstellbar. Die ältesten noch stehenden Bäume sind über 1000 Jahre alt.

Fazit: „Must See“.

mono-lake

Mono Lake

Eine halbe Autostunde vom Yosemite Park liegt der Mono Lake. Der Salzsee wurde vor ca. 760000 Jahren durch Vulkane geformt. Der hohe salzgehalt von 69 Gramm pro Liter verhindert, dass Fische darin leben. Die skurrilen Saeulen lassen bei Sonnenuntergang das Ufer des Sees zu einem wunderschoenen Naturschauspiel werden.

wildfire

Wildfire

Den vielen Feuern in Californien zu entkommen war fast unmöglich. Zweitweise brannten diesen Sommer bis zu 1400 Feuer. Einmal wurden wir in Yosemite Park von Rauch überrascht, da just am selben Tag als wir in Yosemite einritten im nahegelegenene Mariposa ein Feuer wieder aufflammte.
Das andere Mal sahen wir ein neues Feuer in der Nähe von Chester, Ca. Auch die Schäden, die wir unterwegs auf einer Wanderung am Mammoth Lake sahen, zeigte uns die Macht der Naturgewalten auf sehr beeindruckende Weise.

lassen-volcanic-park

Lassen Volcanic Park

Weiter nördlich in Kalifornien liegt der Lassen Volcanic Park. Ausser auf Big Island in Hawaii kommt man an vulkanische Aktivität in den USA nicht heran. Im Park gibt es verschiedene Geysire, die Rauch und heissen Schlamm spucken, und es riecht überall nach Schwefel. Ueber einen ‚Bordwalk‘ kann man einige ‚Hot-Spots‘ aus der Nähe sehen. Der letzte Ausbruch in dieser Region war 1976.

Highway 1

Den Highway 1 zu fahren ist nicht nur der Traum eines jeden Bikers, sondern auch Autofahren macht bei dem Postkartenausblick viel Spass. Den Pazifik im Blick fährt man an der Küste in vielen Kurven gen Süden. Auf dem Weg liegen Mendocino, San Francisco, die Halbinsel Monterey, San Bernadino und Los Angeles.

alcatraz

San Francisco

In San Francisco haben wir uns an die touristischen Ziele wie Cable Car, Lombard Street, Golden Gate, Fishermans Warf und Alcatraz gehalten. Für mehr reichte leider die Zeit nicht. Gut war, dass wir Alcatraz vorher gebucht hatten, denn die Fähre ist im Sommer ueber Wochen ausgebucht. Fuer 11 UDS kann man in SF einen Tag mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, inclusive Cable Car. Eine Wohltat nach den 30 USD fuer 3 Meilen am Skywalk.

walk-of-fame

LA

Da wir von LA bislang nur den Airport kannten, schauten wir uns einen Tag vor der Rückreise noch einige LA-Highlights an. Die Hollywood Hills, das Kodak/Oscar Theater und der ‚Walk of Fame‘ waren ein Muss. Ansonsten wusste ich nicht, dass der Verkehr in LA noch schlimmer als in Houston ist. Unsere Freunde aus Deutschland konnten nicht verstehen, warum eine 12-spurige Autobahn immer noch verstopft sein kann und grade 4 neue Spuren in Bau sind.

Rating: 2.8. From 4 votes.
Please wait...
Teilen...Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterEmail this to someone

Das könnte auch interessant sein...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.