Wenn der Earl zum Autorennen lädt…

Nein, vergangenes Wochenende war nicht nur Wiesn-Start in München. Auch im südenglischen Örtchen Goodwood versammelten sich über 100.000 Menschen zu einem ganz besonderen Großereignis. Jährlich veranstaltet der Earl of March das legendäre Goodwood Revival Festival, bei dem Oldtimerfans und -sammler zusammen kommen und eine Art Karneval feiern, bei dem es nicht nur um das Rennen mit alten Autos, sondern vielmehr um die Gesamtinszenierung der einzelnen Akteure geht.

Zuschauer in Goodwood

Zuschauer in Goodwood

Immer im September verwandelt sich der überdimensionale Landsitz des Grafen in ein schräges und wahrscheinlich einzigartiges  Spektakel. Denn nicht nur das Rennen mit über 400 Flitzern der Baujahre 1948 bis 1966 steht im Mittelpunkt der Veranstaltung. Die britische High-Society kommt hier auch zusammen, um der ihr eigenen Exzentrik Ausdruck zu verleihen. Alle treten im Stil der 50er und 60er Jahre auf. Krawatten sind obligatorisch und vom Petticoat bis zur originalen Pilotenuniform kann man so einiges bestaunen – denn die Gäste nehmen das Retro-Motto sehr ernst.

Das Festival ist eine Zeitreise in die Vergangenheit, in der regelmäßig Rennen in Goodwood ausgetragen wurden. Das Besondere? Die alten Klassiker gehen wirklich auf die knapp 3 Kilometer lange Strecke im Vorgarten des Earls. Mit dabei ein millionenschwerer Ferrari 250 GTO neben diversen Maseratis, Alfas, Bugattis, Aston Martins und Autos des britischen Rennstalls ERA.

Ferrari 250 GTO

Ferrari 250 GTO

Dass die Besitzer das zulassen, wo die Rennstrecke doch geradezu für Unfälle berühmt ist, wundert schon ein wenig. Denn hier ereignete sich der Unfall, der Rennlegende Stirling Moss dazu brachte, seine Karriere zu beenden und McLaren Gründer Bruce McLaren fand bei einem der Rennen sogar den Tod. Die Teilnahme ist jedoch heiß begehrt. Teilnehmer müssen sich beim Gastgeber quasi bewerben und der achtet bei der Auswahl penibel auf die richtige Mischung.

Aber natürlich kommen in Goodwood nicht nur Rennwagen zusammen. Es versammeln sich edelste Metalle aller Gattungen zur großen Schau. Hauptsache nobel soll es sein oder skuril. Neben die unterschiedlichsten Rolls Royce Modelle reihen sich heuer ziemlich viele MINIs. Schuld ist die St. Mary´s Trophy, eines der berühmtesten Rennen des Wochenendes, das in diesem Jahr dem 50. Geburtstag der Autozwerge gewidmet ist. Rund 30 aufgestylte Rennsemmeln gehen hier an den Start. Bevor es losgeht, gibt es noch eine verrückte Ehrenrunde, bei der Klassiker wie der offene MINI Moke, der Combi Traveller und andere Exoten mitfahren dürfen. Und mit Prinz Leopold von Bayern, Mr. Bean und dem MINI von Beatle George Harrison ist auch echte Prominez vertreten. Es fehlt also an nichts!

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