Achtung Autofahrer: Im Herbst steigt die Gefahr von Wildunfällen

wild

Es geht meistens ganz schnell. Hat man die funkelnden Augen in der Dämmerung erst entdeckt, ist es oft schon zu spät. Das nächste was man wahrnimmt, ist ein dumpfer Knall. Anschließend der Versuch, den Wagen abzubremsen und in der Spur zu behalten. Gerade im Herbst steigt die Gefahr von Wildunfällen mit dem Auto. Es ist die Zeit von Hirschbrunft und Maisernte. Und wenn Ende Oktober dann auch noch die Uhren umgestellt werden, geraten die armen Tierchen komplett durcheinander.

Wo Wildschwein, Reh und Hase gestern noch problemlos die Straßen überqueren konnten, herrscht heute schon eine Stunde früher Berufsverkehr. Logisch, dass das den Wechsel vom Schlafzimmer ins Esszimmer der Tiere nicht gerade vereinfacht. Besonders in Morgen- und Abenddämmerung ist deshalb erhöhte Vorsicht geboten, auch weil die Populationen stetig wachsen. Die milden Winter sagen den Wald- und Wiesenbewohner besonders zu und so kommt es, dass sich das Vorkommen von Schwarzwild beispielsweise in den vergangenen zehn Jahren um satte 25 Prozent erhöht hat. Natürlich nimmt so auch die Wahrscheinlichkeit zu, als Autofahrer ein Wildschwein zu erwischen. Wobei ein Zusammenstoss mit einem 100 Kg – Kaliber bei zu schneller Fahrweise leicht tödlich enden kann. Es ist also Vorsicht geboten – besonders entlang von hochgewachsenen Feldern oder Übergängen vom Wald zur Wiese.

wildwechsel digitales-warnschild

Besonders gefährliche Stellen sind oft schon mit Warnschildern gekennzeichnet. Neuerdings befinden sich zudem mobile digitale Anzeigen im Einsatz, die besonders in der Dunkelheit besser von Autofahrern wahrgenommen werden.

Doch was tun, wenn plötzlich ein Wildtier vor der Kühlerhaube auftaucht?

Generell sollte man seine Fahrgeschwindigkeit natürlich dem Terrain anpassen. Sprich runter vom Gas im Wald und an uneinsichtigen Stellen. Ganz wichtig außerdem: Keine reflexartigen Ausweichmanöwer starten. Es ist bestimmt nicht leicht, mit fixiertem Lenkrad auf das lebendige Hindernis zuzufahren, aber beim Umlenken riskiert man viel schwerwiegendere Folgen für sich und seine Passagiere.

Ist trotz aller Vorsichtsmaßnahmen der Fall der Felle eingetreten, gilt es zuerst die Unfallstelle abzusichern und direkt die Polizei zu alarmieren. Niemals die angefahrenen Tiere berühren, da sie in Panik unberechenbar reagieren oder gar mit Tollwut infiziert sein könnten. Die Polizei verständigt im Normalfall den zuständigen Revierleiter, der sich sowohl um den Abtransport des verletzten Tieres kümmert als auch eine Unfallbescheinigung für die Versicherung aufnimmt. Übrigens: Auch wenn man bei einem Unfall ein kleineres Tier erwischt, sollte man nicht einmal daran denken, es als günstigen Sonntagsbraten für die Familie zu betrachten. Der Autofahrer würde sich in diesem Fall nicht nur der Wilderei schuldig machen. Es drohen saftige Geld- und Haftstrafen und in besonderen Fällen kann sogar das Fahrzeug beschlagnahmt werden.

Achtung Tierfreunde: Aus Sorge ums Tier muss die Polizei auch verständigt werden, wenn das Wild angefahren wurde und anschließend verschwunden ist. Häufig sind unerträgliche Schmerzen die Folge, von denen der Revierleiter die Vierbeiner besser schleunigst erlösen sollte.

Fahrzeugschäden, die durch eine Kollision mit Wildtieren entstehen, übernimmt üblicherweise der Teilkasko-Schutz. Ebenso wenn ein Zusatzschaden durch Ausweichmanöwer entsteht. Der Fahrzeughalter sollte nur die Existenz eines Tieres auf der Fahrbahn nachweisen können, z.B. durch Zeugen.

Am besten, man lässt es gar nicht darauf ankommen und bewegt sich gerade zur Herbstzeit vorausschauend fort.

Gute Fahrt!

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