Campen mit dem Auto – So machen Sie es richtig

Am schönsten ist es doch flexibel zu sein und alleine alles in die Hand nehmen zu können, ohne davor aufwendig planen oder organisieren zu müssen. Reisen kann auch dann, wenn es als entspannender Urlaub gedacht ist, zu einem Stressfaktor werden. Von Ortschaft zu Ortschaft Hotels buchen, kann eine Herausforderung sein, wenn das Budget knapp ist. Motels, Hotels oder B&Bs bedeuten immer auch, dass eine städtische Umgebung oder zumindest eine kleine Ortschaft gegeben sein muss und man seine Route anhand dieser Punkte entlang festlegen muss.

Allerdings gibt es immer mehr Leute, die einen Reiz darin sehen die freie Zeit abseits einer konventionellen Reiseplanung zu verbringen. Es wird immer beliebter die Natur voll und ganz zu entdecken, sie auf sich wirken zu lassen und zu erleben. Vor allem der Kostenfaktor entscheidet für viele Jugendliche mittlerweile darüber, ob und wie sie unterwegs sein wollen. Immer mehr Reiselustige wählen für sich das Campen – vorzugweise im eigenen Auto.

Vor allem bei einer Rundreise durch ein einziges Land, lässt sich viel Zeit und Geld sparen und Umgebung und Atmosphäre authentischer erleben. Das Auto, auch wenn es kein Wohnmobil ist, kann mit einigen hilfreichen Tipps und Tricks nicht nur ein Hotel ersetzen, sondern auch eine komfortable Alternative zum Zelten sein. Sie müssen nur von Anfang an einige Dinge bedenken und etwas Vorbereitung mit einplanen, dann kann Ihr Roadtrip gleichzeitig zu einem wunderbaren Campingausflug werden.

Car-Camping – Abenteuer und Flexibilität in einem

Einige Vorteile des Campens im Auto liegen auf der Hand, andere wiederum fallen einem erst während der eigentlichen Reise auf. Sie werden feststellen, dass Campen im und mit dem Auto gar keine so große Hürde darstellt, wie Sie vielleicht gedacht haben.

  1. Flexibilität – Sie können überall nach Herzenslust und Wunsch hin. Sie müssen nirgendswo mehr einchecken und keine Uhrzeiten einhalten. Sie können sich spontan um entscheiden oder eine andere Route einschlagen, denn gebunden sind Sie höchstens noch an Tankstellen.
  2. Bequemlichkeit – Es ist um einiges gemütlicher in einem Auto zu schlafen, als auf dem Boden in einem Zelt. Viele Fahrer bauen für Ihre Kombis oder Off-Roader sogar eine Art spezielles Podest, damit die Fläche hinten, nach dem Rausnehmen der Sitze zu einer großen Liegefläche wird.
  3. Gesundheit – Es zieht, trotz Isomatte und Schlafsack, nicht mehr an den Nieren und Ihr Rücken wird geschont.
  4. Sicherheit – Das Auto lässt sich abschließen. Dies ist sowohl für Sie, als auch für Ihre Wertsachen ein positiver Aspekt, da Überfälle an einem Auto schwerer zu verüben sind als an einem Zelt.
  5. Luftzirkulation – Man kann die Autofenster überall etwas offen lassen damit frische Luft reinkommt: ein ganz anderes Gefühl, als in stickigen Zelt.
  6. Zeit – Sie sparen eine Menge Zeit, da Sie sofort schlafbereit, als auch so gut wie sofort abreisebereit sind.

Sicherlich ist es im Auto ein wenig enger und es passen maximal zwei Personen bequem zum Schlafen hinein, wenn Sie einen Kombi haben, aber das nimmt man in Kauf, für all die positiven Aspekte. Von Auto zu Auto ist auch das Reisen unterschiedlich. Manche campen direkt im Wohnmobil, wenn Sie denn eins besitzen. Für andere, mit einem kleinen Auto, kann ein Dachzelt die ideale Lösung sein. Andere wiederum setzten gänzlich auf Ihr Auto, andere kombinieren Auto und Zelt zu einer Art Erweiterung. Egal wie man reist, es gibt einige Dinge die beachtet werden sollten, bevor es losgeht. Wenn Sie sich also auf ein Land Ihrer Wahl geeinigt haben und eine grobe Idee haben, was Sie alles sehen wollen, dann können Sie damit beginnen sich auf Ihre Fahrt und den Urlaub vorzubereiten.

Die richtige Ausrüstung

–       Sie können ein Zelt, egal ob Heck-, Seiten-, Dach- oder Duschzelt, mit sich führen. Das wird Ihnen erlauben auch bei starkem Sonnenschein oder Regen geschützt draußen zu sitzen oder Ihnen den Schlafplatz bieten, den Sie im Auto vielleicht aufgrund der mangelnden Größe nicht haben.

–       Ladekabel für den Zigarettenanzünder sind ideal, wenn Sie eine LED-Lampe oder Ihren Laptop anschließen wollen. Auch für Ihr Handy gibt es sicher eine Überbrückungskabelvariante für den Wagen.

–       Eine Ersatzautobatterie kann nicht schaden. Vielleicht verbrauchen Sie an einem Abend doch etwas mehr für Ihr Radio oder andere Gerätschaften.

–       Campingutensilien, wie Schlafsack, Wasserkanister, Klappstühle, Müllnbeutel, Isomatte, Benzin- oder Gaskocher, eine Kühlbox (besser mit Gas), Grill, und ein Moskitonetz können von Nutzen sein. Denken Sie daran, dass wenn Sie im Sommer reisen eventuelle Thermovorhänge oder Abdeckungen vor allzu großer Hitze schützen. Eine Klapptoilette oder ein Spaten-WC mitnehmen, falls Sie wild campen und nicht an einem Campingplatz.

–       Je nach Reiseland: ein Warndreieck, ein Verbandskasten, eine Warnweste, ein Feuerlöscher, ein Abschleppseil und Ersatzglühlampen.

Damit Sie dann auch genau wissen, was Sie zusätzlich brauchen könnten oder was Sie einplanen müssen, ob Sie mancherorts einen Campingplatz brauchen oder nicht, bietet es sich an die Rechtslage des jeweiligen Landes anzusehen. In Deutschland beispielsweise ist wild Campen nicht erlaubt. Man darf höchstens für eine Nacht auf einem öffentlichen Parkplatz übernachten, wenn dieser keine Schilder bereithält, die dies ausdrücklich verbieten. In anderen Ländern ist man nur verpflichtet, genügend Abstand zu Privatgrundstücken  und Wohnhäusern zu halten, kein offenes Feuer brennen zu haben und selbstverständlich keinen Abfall zu hinterlassen.

Der perfekte Platz – Vom Suchen und Finden

Es geht um den richtigen Platz. Je nach der Art und Weise, wie Sie reisen oder was Sie sich unter Ihrem Roadtrip vorstellen, haben Sie drei Möglichkeiten. Sie können einen Campingplatz aufsuchen und ein wenig mehr Sicherheit und den Komfort von fließendem Wasser genießen (26 Millionen Übernachtungen gab es 2012 auf den rund 2900 deutschen Campingplätzen), oder Sie können sich für einen Stellplatz entscheiden. Sind Sie etwas abenteuerlustiger und suchen den totalen Kontakt zur Natur, dann ist das wilde Campen das Richtige für Sie. Bei allen drei Varianten gilt zu beachten, dass der Wagen immer auf ebenem Untergrund abgestellt wird. Achten Sie auch darauf sich einen Fluchtweg frei zu halten und die Türen nachts zu verriegeln. Wenn Sie im Auto und nicht im Zelt oder auf einem Platz schlafen, sollten Sie den Zündschlüssel direkt stecken lassen.

Falls Sie vorhaben nur auf Campingplätzen zu übernachten, sollten Sie diese schon im Voraus aussuchen und mit Ihrer Route abgleichen.

Campen Sie wild, ist der Platz das A und O. Er sollte uneinsehbar und abgelegen sein, ein Platz an dem man ungestört seine Zeit verbringen kann ohne entdeckt zu werden. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie sich Stellen aussuchen ohne Durchgangsverkehr, die abseits der Wege und der Straßen liegen, damit Sie selbst bei anderen nahenden Fahrzeugen, die Chancen erhöhen unsichtbar zu bleiben. Vielleicht hilft es Ihnen, wenn Sie vorab per Navigationssystem oder Satellitenbild einige der Fleckchen abchecken, die Sie aufzusuchen gedenken.

Fahren Sie außerdem erst dann ab, wenn Sie sicher sind, nicht beobachtet zu werden. Setzen Sie Ihren Weg fort, falls doch jemand in der Nähe ist, wenden Sie später und kehren Sie an den Ort Ihrer Wahl zurück.  Sie sollten auch daran denken immer früh genug mit der Suche eines Platzes anzufangen, denn falls Sie darauf angewiesen sein sollten, doch das Feld zu räumen, haben Sie noch etwas Spielraum und Luft nach oben etwas zu finden. Schwärmen Sie aus. Erkunden Sie Ihr neues Reich. Entdecken Sie die Möglichkeiten um Ihren Platz und genießen Sie das Gefühl von Freiheit. Wenn Sie die Gegend kennen, schaffen Sie außerdem unnötige Gefahrenquellen bei Seite. Schlaglöcher und unwegsames Gelände, werden ausgespäht und beim nächtlichen Spaziergang so vermieden. Es ist praktischer, wenn Sie beginnen Ihr Essen noch im Hellen zuzubereiten. Das schont Ihre Augen, Ihre Batterie und schützt Sie auch vor Mücken, die bei Anbruch der Dunkelheit aktiver sind.

Denken Sie daran, dass Sie nicht gesehen werden wollen und auch nicht auffallen wollen, wenn Sie wild campen. Das bedeutet Respekt gegenüber der Natur und den umliegenden Einwohnern. Aber auch Vorsicht. Halten Sie deswegen Ihre Feuerstellen immer klein, löschen Sie sie sorgfältig ab. Brennen Sie nie direkt Löcher in die Wiese oder in den Boden. Entweder Sie nutzen einen Grill oder einen Spaten zum Ausheben. Lassen Sie keinen Müll oder Exkremente liegen. Seien Sie leise. Stören und belasten Sie die Umwelt nicht. Falls Sie mal entdeckt werden sollten, hilft es sehr, wenn Ihre Campingstelle sauber und aufgeräumt ist, damit Sie keine Probleme bekommen.

Beim Wildcampen kommt es ebenfalls darauf an, dass Sie an die richtige Ausrüstung gedacht haben, um in der „Wildnis“ auf alles gefasst zu sein. Sie brauchen beispielsweise genügend Wasser, einen Spaten, sowohl für die Feuerstelle als auch die Toilette, oder eine Falttoilette und Faltschüssel für den Abwasch. Auch ein Klapp- oder Wurfzelt für ein wenig Privatsphäre beim Duschen oder Umziehen ist nicht schlecht, wenn Sie mit jemandem reisen, mit dem Sie nicht gerade alles teilen wollen. Hier finden Sie weitere interessante Einsichten rund um das Thema Campen. Haben Sie an alles gedacht, wird es ein unvergessliches und unvergleichliches Erlebnis sein, die erste Nacht unterm Sternenhimmel und nur von den Geräuschen der Natur umgeben, schlafen zu können.

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Heiner

Heiner Tappe arbeitet seit 2011 in der e-Sixt und hat wahrscheinlich die höchste Veröffentlichungsfrequenz. Heiner gibt viele nützliche Tipps, aber stellt auch regelmäßig günstige Angebote und neue Modelle aus unserer Mietwagenflotte vor.

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1 Antwort

  1. Viktoria Maisner sagt:

    Hallo zusammen,
    herzlichen Dank für diesen spannenden und informativen Beitrag. Mein Mann und ich haben in diesem Sommer auch eine Reise mit dem Mietwagen gemacht und haben auf verschiedenen Camping Anlagen übernachtet. Einige Anlagen hatten Sanitäranlagen von WC Vermietungen zur Verfügung gestellt, auf manchen Camping Anlagen gab es gar keine Sanitäranlagen. Zugegeben, wir haben eine sehr ungewöhnliche Route gewählt.

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