Der Winter naht, der Reifenwechsel auch

Der Oktober ist angebrochen, die Tage werden kälter, die Straßen feuchter. Sie sollten bereits jetzt Ihre Sommerreifen gut verstauen und auf wintertaugliche Modelle umsteigen. Selbst wenn es nicht schneien sollte, sind die Reifen für das anstehende Wetter nötig, da die Gummis der Sommerreifen bei niedrigen Temperaturen über Null sehr schnell verhärten. Winterreifen bleiben weich und geschmeidig und verfügen über ein spezielles Profil, welches einen festen Grip auf der Straße möglich macht. Vor dem Wechsel, sollten Sie einige Dinge beachten:

1. Lassen Sie prüfen, ob Ihre Reifen, falls Sie noch welche eingelagert haben, noch nutzbar sind. Die Profiltiefe spielt dabei eine entscheidende Rolle. Sind Ihre Reifen älter als sechs Jahre, sollten Sie diese entsorgen.

2. Der ADAC spricht sich nicht für die vorgeschriebene Mindesttiefe von 1,6 Millimetern aus. Ideal ist alles was über 4 Millimeter Profiltiefe liegt, mindestens aber 4 Millimeter aufweist, da alles unter dieser Zahl mit Risiken verbunden ist.

3. Wenn Sie Ihre Reifen nicht selbst wechseln wollen, dann gehen Sie in eine Werkstatt. Die Preise für die Dienstleistung schwanken zwischen 10 Euro und 58 Euro. Am besten Sie erkundigen sich bei mehreren Betrieben vor der Terminabsprache nach den Kosten und entscheiden dann selbst. Fragen Sie auch danach ob Extrakosten entstehen, da manche Werkstätten Leistungen wie Aufziehen auf Stahl- oder Alufelgen, Wuchten und die Altreifen-Entsorgung separat abrechnen, was zu versteckten Kosten führen kann. Ab Mitte Oktober wird es bereits kniffelig einen Termin zu ergattern und gute Preise zu bekommen.

4. Je früher Sie Ihre Reifen wechseln, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie einen guten Preis  bekommen. Je weiter die Saison fortschreitet, desto teurer kann es für Sie werden.

5. Denken Sie immer daran, dass Sommerreifen im Winter nicht nur Ihre Sicherheit gefährdet, sondern auch die anderer Verkehrsteilnehmer. Die Winterreifenpflicht in Deutschland ist gesetzmäßig zwar lax und schreibt nicht unbedingt vor Winterbereifung zu brauchen, wenn die Fahrten in einer schneearmen und von Schneematsch freien Gegend stattfinden. Wird man jedoch bei solchen Wetterbedingungen mit Sommerreifen erwischt, kostet es Sie nicht nur Punkte und Bußgeld sondern eventuell sogar die Versicherung.

6. Beim Kauf neuer Reifen sollten Sie auch die M+S-Kennzeichnung achten. Nur Reifen mit dieser Kennung gehen auf alle Anforderungen der Winterreifen-Verordnung ein. Empfehlenswert ist es nicht nur auf das M+S-Zeichen zu achten sondern auch auf das Schneeflockensymbol.

7. Wenn der Winter vorbei ist, lagern Sie Ihre Reifen gut ein. Ein kühler, trockener, dunkler und vor allem belüfteter Ort eignet sich am besten dafür. Falls Sie Ihre Winterreifen auf den Felgen lagern, schaffen Sie sich einen Felgenbaum oder einen Wandhaken an. Das verhindert Druckstellen und Beschädigungen.  Auch ist es wichtig, die reifen stehend zu lagern und vor der Einlagerung den Reifendruck um 0,5 bar über den vom Hersteller empfohlenen Mindestfülldruck zu erhöhen. Falls Sie keinen passenden Platz in Ihrer Garage oder im Keller haben, können Sie eine kostenpflichtige Einlagerung bei einer Autowerkstatt oder einem Reifendienst in Erwägung ziehen.

So gewappnet, kann der Winter Ihnen nichts anhaben und Sie sind sicher unterwegs.

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anna.lazarescu

Anna Lazarescu stellt im Sixtblog regelmässig Ratgeberthemen rund um die sichere Fahrt im Mietwagen vor!

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2 Antworten

  1. Julia sagt:

    Toller Artikel zum Thema Winterreifen. Wichtig zu wissen ist vielleicht noch, dass bis zum 15.April der Bußgeld-Katalog für das „Nicht-Verwenden“ von Winterreifen angewendet werden darf. Komm nach dem 15.April ein Wintereinbruch, darf kein Bußgeld mehr verlangt werden.

    Viele Grüße

    Julia

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  2. King sagt:

    Ich war bei den Reifenwechseln (früher) auch immer dabei gestanden, wenn der Werker die Reifen demontiert und wieder montiert hat.
    Beim letzten, in Auftrag gegebenen, Reifenwechsel, habe ich nur durch Zufall gerade noch rechtzeitig gesehen, wie der Werker beim Abpressen des Reifens von der Felge (ist so eine gebogene Metall-schaufel mit der das Gummi vom Felgenhump gedrückt wird, bevor der Reifen dann von der Felge runter montiert werden kann), die Felge auf der gegenüberliegenden Seite an der Maschine anlehnt. Das muss er auch, damit ein Gegendruck entstehen kann um den Reifen erst einmal runterzupressen. Nur mit dem Effekt, dass eben nicht die Felge direkt am Maschinengestell ansteht (wie das bei Autoreifen/Felgen der Fall ist) sondern die, seitlich über die Felge herausragende, Bremsscheibe.
    Bin natürlich sofort eingeschritten. Der Werker meinte nur; „Ups…mist bei Motorradfelgen muss ich ja das Holzstück zwischen Felge und Maschine klemmen, bevor ich mit der Presse arbeite.“

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