Teil 14 unserer Mallorca Entdeckungstour mit dem Mietwagen führt uns heute nach Manacor:

Wer zum Beispiel vom Marriott Golf Resort & Spa Son Antem oder Llucmajor aus Richtung Manacor startet, sollte die rund 30 Kilometer auf jeden Fall auf der Straße nach Porreres und Villafranca zurücklegen. Deren erster Teil stammt noch aus den Zeiten von 2CV statt SUV, sie führt vorbei an Windmühlen, Olivenbäumen und Aleppokiefern und Mallorca-typischen Trockensteinmauern. Die Strecke ist gemacht für einen Renault R4 oder einen Fiat 500. Wenn sich zwei aktuelle Modelle begegnen, wird es hübsch eng. Fahrspaß für den Fahrer, Augenschmaus für die restliche Besatzung.

Porreres ist bekannt für Weinbau und Aprikosen und verfügt außerdem über eine irgendwie zu groß geratene Kirche. Die Kathedrale „Nostra Senyora de la Consolacio“ blickt auf genügend kleine Bars und Cafes, die eventuell mitreisende Kinder mit einem Eis für die Strapazen der Anfahrt entschädigen. Am Ortsausgang von Porreres öffnet sich die Hochebene, die auf gut ausgebauter Strecke nach Manacor führt.

In Manacor wurde im Juni 1986 einer der weltbesten Tennisspieler geboren: Rafael Nadal. Das allein erfüllt die hier lebenden Spanier mit Stolz (siehe Rafa macht Werbung für Mallorca). Nebenbei ist Manacor die zweitgrößte Stadt Mallorcas (mit nicht einmal einem Zehntel der Einwohner Palmas) und als Wirtschaftszentrum der Insel bekannt für Glasperlen und Möbel. Außerdem ist die halbe Welt hinter gut gelegenen Mallorca Immobilien her.

Manacor sieht vor allem aus wie ein Industriezentrum aussieht. Es gibt unglaublich viele attraktivere Orte auf Mallorca. Aus Richtung Palma kommend fällt sofort ein Olivenholzgeschäft ins Auge. Aber nur, weil es von meterhohen Plastikdinosauriern „bewacht“ wird. Eine andere Mission, als die Erregung von Aufmerksamkeit ist lässt sich nicht erkennen. Auch der Zusammenhang zwischen Olivenholz und Urviechern bleibt ein Rätsel. Als Kinderspielplatz taugen die Dinos aber allemal.

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Plastik statt Olivenholz: Aufmerksamkeits-Dinosaurier in Manacor

Der riesige Flachbau hat vom Olivenholzdackel in Lebensgröße über den fertigen Weihnachtsbaum in vollem Ornat bis hin zur monumentalen hölzernen Salatschüssel für mindestens zwölf Personen alles, was es aus Olivenholz zu kaufen gibt. Dazu noch alles, was im weiteren Sinne als Mallorca-Souvenir durchgehen könnte, vom Mandelschnaps bis zum Straßenschild. Große Glasscheiben gewähren Einblick in die Produktion. Allein das Versprechen der Olivenkunst-Ausstellung erfüllt sich im Ladeninneren nicht, wenn man von zwei staubigen Vitrinen absieht. Der Rest der „Ausstellung“ ist käuflich.

Nebenan werden die weltbekannten Mallorquinischen Kunstperlen aus Fischschuppen hergestellt. Das Angebot ist vielfältig und auch die Herstellung kann aus nächster Nähe betrachtet werden. Eine weltweit ziemlich einmalige Kunstfertigkeit, die sich um offene Flammen, dicke Handschuhe, Poliertücher und eine selbstverständlich streng geheime Geheimrezeptur dreht – und obendrein einen stolzen Preis hat. Wie lange die Investoren aus Asien die Perlenproduktion beim Original Perlas Majòrica noch in Manacor belassen ist fraglich, der Weg Richtung Museumsbetrieb scheint vorgezeichnet.

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